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Die Feder


  • Photobastei 29 Bärengasse Zurich, ZH, 8001 Switzerland (map)

5. Stockwerk

http://www.fabianhaefeli.ch

Die Bilder sind 297x420mm gross und schwarz gerahmt. Von der Sammlung «die Feder» werden insgesamt 15 Stk. ausgestellt.

«Die Feder»
Freiheit, Unbeschwertheit, ja selbst als das Göttliche oder als Bote aus dem Jenseits wird die Feder in manchen Kulturen gesehen. Leider hat der Anblick nicht immer Freude und Stolz ausgelöst. 

Mit der Feder wurden Gesetze erlassen und Liebesbriefe geschrieben, Urteile verfasst und Friedensverträge unterschrieben. Als Schreibgerät erhielt die Vogelfeder nicht nur kulturelle Bedeutung, sondern es wurde ihr auch Macht zugeschrieben: Mönche, Königs- und Stadtschreiber fassten mit Gänsefedern seit dem 5. Jahrhundert Schriftstücke und Bücher ab, wodurch der Nachwelt ein kostbares schriftliches Erbe hinterlassen wurde. Die Feder ist das beste Mittel gegen Vergesslichkeit und verhalf so dem Menschen zum Wissen. Die Feder wurde zur Waffe, wirksamer als ein Schwert. 

Die Kelten glaubten, die Feder würde die Eigenschaften des Vogels wie Leichtigkeit und Schnelligkeit auf den Menschen übertragen. In der griechischen Mythologie sprach man von Eros oder Nike, letztere beflügelte einen gegenwärtigen Schuhhersteller in seiner Namensgebung. Er hofft ähnliches wie die Kelten. Bei den Ägyptern wog Maat, eine Tochter von Re, nach dem Tod das Leben mit der Feder ab. Die Feder galt im ägyptischen Reich als Symbol der Gerechtigkeit und Wahrheit. In den Religionen versinnbildlicht die Feder seit je her die himmlische Herkunft und ist Träger überirdischer Kräfte. Im Christentum wird erzählt, dass Engel Federn als Zeichen ihrer Präsenz zurücklassen. Für die indigene Bevölkerung Südamerikas hat sie eine spezielle Bedeutung: Für sie sind die Vögel und deren Federn mit der Essenz der Weisheit verbunden und stellen eine Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits her, zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt. Bei den Azteken, Inkas und Mayas waren die Federn bunter Vögel kostbarer als Gold, die prächtigsten von ihnen – den Ara und den Quetzal – verehrten sie als Gottheiten. 

Vogelfedern verleihen dem Vogel eine Kunst die den Menschen seit je her fasziniert. Wodurch sie seit hunderten von Jahren ein Antrieb der Wissenschaft sind. Eine altgriechische Sage erzählt von Ikarus, der sich ein Federnkleid konstruierte, um es den Vögeln gleichzutun. Später versuchten Ingenieure des Mittelalters wie Leonardo da Vinci mit dem Bau abenteuerlicher Flugmaschinen dem Geheimnis der Feder auf die Spur zu kommen. Leonardo hat seine Pläne höchstwahrscheinlich mit der Vogelfeder gezeichnet.

Obwohl die Technologie der Gegenwart die Bedeutung der Feder vergessen lässt, zaubert sie noch heute jedem Kind ein Leuchten in die Augen und verleiht ihm Stolz, sie gefunden zu haben.

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