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Sunday Inventory: Bart Julius Peters


  • Sunday Inventory 30 Zwinglistrasse Zurich, ZH, 8004 Switzerland (map)

Die Sunday Inventory Kollecktion des fotografischen Schaffens Bart Julius Peters (1994-2014)

Vernissage: Mittwoch, 27. August 2014, 18.00 - 21.00 kUhr
Öffnungszeiten: Mi-Fr: 10 - 18.30 Uhr, Sa: 11 - 17 Uhr und nach Vereinbarung

Sunday Inventory freut sich, die erste Schweizer Ausstellung des holländischen Künstlers Bart Julius Peters zu präsentieren.

Bart Julius Peters ist ein Sammler von Schönheit, die sich in trivialen Objekten und flüchtigen Momenten manifestiert. Er ist ein wandernder Beobachter, dessen Bilder eine reservierte Gleichgültigkeit gegenüber demjenigen zeigen, was er schildert, während sie gleichzeitig eine glühende Sehnsucht danach und eine starke Faszination dafür enthüllen. Trotz des körnigen Schwarz und Weiß der Fotografien, präsentieren sie ein breites Spektrum von Temperaturen; sogar innerhalb einer solch begrenzten monochromatischen Palette fühlt der Betrachter die Atmosphäre des Moments. Die Geschichten, die Bart Julius Peters in seinen Bildern erzählt, sind unvollständig und lassen viel Fantasie zu; seine Bilder zu betrachten, ist wie ein paar aus einem Roman herausgerissene Seiten zu lesen ohne einen Hinweis auf den ursprünglichen Inhalt zu bekommen. Diese Isolierung vom Kontext ist die Einladung an den Betrachter, andere Inhalte - frei von früheren Beziehungen und jenseits
von demjenigen, was zu sehen ist - zu schaffen.

Die Bilder von Bart Julius Peters steigen wie aus Nebel auf und erscheinen wie ein herrschaftliches, verlorenes Anwesen. Sterbliche erhalten die unheimliche Macht von Idolen und Statuen werden durch fotografische Mittel wieder zum Leben erweckt. Ein angebundenes Pony wird durch den medusaartigen Blick der Kamera fixiert und in ein griechisches Pferdefries verwandelt, der grauhaarige Kopf eines Satyrs reckt sich gegen dessen metallische Emulsion, während ein Kaiser und dessen junger männlicher Gemahl in ihrer neu gewonnenen Leichtigkeit schwelgen. Durch das fotografische Medium überwältigt uns die klassische Vergangenheit hier mit ihrer aufblitzenden, erhabenen Gegenwart,
zieht sich jedoch blitzschnell in ein blasses Königreich außerhalb unserer Reichweite zurück. Die Vergangenheit ist aus einer gewissen Entfernung für uns präsent – durch die Genialität der illusionistischen Tricks der Fotografie – doch sie verschwindet für immer, wenn wir näher kommen, um sie zu berühren. Wir nehmen plötzlich teil an einer Welt, die tatsächlich einmal uns gehörte, doch der wir auf hoffnungslose und wunderschöne Weise verfallen sind.

Die Schönheit in Bart Julius Peters Werken hat oft gezackte Ränder. Er sucht die Spuren von dem, was einmal schön war, schön hätte sein können, oder nicht länger schön sein wird; er sucht genau dasjenige, was von der Schönheit bleibt nach deren Übergang von einer Idee zur Realität. Sein Hauptziel ist es, den Betrachter mit den Bildern, die er gesammelt hat, zu bezaubern. Dabei macht er dies so vollkommen, dass der Betrachtende verführt wird Fragen zu stellen, welche er sonst vielleicht bewusst ignoriert hätte: Fragen, ohne Aussicht auf eine Antwort.

Bart Julius Peters Kunst besteht darin, den Betrachter dazu zu bringen, sich mit nichts als Fetzen vom perfekten Ganzen zufrieden zu geben und seine grosse Fähigkeit ist es, dies instinktiv in den Gesichtern, Orten und Dingen, die er sieht, zu erkennen.

Geboren 1971 in Kuweit, studierte Bart Julius Peters Kunst an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam. Er veröffentlichte seine Arbeiten in verschiedenen internationalen Magazinen wie RE_magazine, Fantastic Man und FOAM Magazine. 2002 wurde er für den Hyères
photography Prize ausgewählt. Seine Arbeiten wurden in mehreren Ausstellungen gezeigt: Colette, Paris (2007), Fotomuseum Den Haag (2008), Museum van Loon, Amsterdam (2009). 2010 wurde sein Buch „Hunt“ im JRP Ringier Kunstverlag publiziert.

Earlier Event: August 27
nightly (self) exposure