
Caroline Bachmanns (*1963) unverwechselbare Bildsprache lebt von der Landschaftsbetrachtung und einem besonderen Augenmerk für lichttechnische Variationen. Ihr Werk, das sich vor allem den Schweizer Seen und Bergen widmet, zeichnet sich durch eine traumhafte Darstellung und symbolistische Sinnlichkeit aus. Für ihre Ausstellung in Biel zeigt die Malerin eine neue Serie, die dem Geneva Lake gewidmet ist, einem Gewässer in Wisconsin, USA, das – abgesehen von seinem Namen – nichts mit dem Genfersee gemeinsam hat. Ursprünglich von den Potawatomi «Kishwauketoe» genannt, erhielt der See in den 1830er Jahren im Zuge der Schweizer Auswanderung in den Mittleren Westen seinen heutigen Namen. Durch die Wahl ihres Bildsujets regt Bachmann dazu an, den Geneva Lake nicht nur als topografische Einheit zu betrachten, sondern auch als eine Struktur, die sich aus imaginären Projektionen und dramatischen Erzählungen zusammensetzt – angefangen bei der gewaltsamen Vertreibung der indigenen Völker.
Genau diese vielschichtige Geschichte vermittelt «Distances are approximate», der Begleittext von Nicolas Garait-Leavenworth zur Ausstellung. Er versteht sich somit als eine Art Soundtrack oder Podcast, der während dieses Spaziergangs am Seeufer gehört wird. Er könnte ebenso gut der innere Monolog der Malerin sein, die in ihr Atelier zurückkehrt und damit beschäftigt ist, die flüchtigen Kompositionen, die sie kurz zuvor erblickt hat, auf der Leinwand nachzubilden.
Mit der freundlichen Unterstützung der Galerien Gregor Staiger, Zürich/Milano und Meyer Riegger.